FAHRWERK meets Crew Member Marc Lieb


Immer am Limit

Der 33-jährige Marc Lieb ist Profirennfahrer

FAHRWERK™ meets… Marc Lieb. Der gebürtige Ludwigsburger ist Profirennfahrer. Ein erster Kontakt zwischen dem 33-Jährigen und FAHRWERK™-Gründer Moritz Gläß fand während des 41. ADAC Zurich 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring statt. Ein Treffen kam dann vier Wochen später in Esslingen zustande. „FAHRWERK™ gefällt mir, weil es sportlich, legere Klamotten sind mit einem Bezug zu dem, was ich am meisten liebe, nach meiner Frau natürlich: nämlich Autos“, sagt der zweifache Familienvater Marc Lieb, der in seiner langen Laufbahn etliche Erfolge und Rekorde vorweisen kann. Jüngst gelang ihm auf dem Nürburgring mit dem neuen Supersportwagen 918 Spyder in 6:57 Minuten eine neue Bestmarke für in Serien produzierte Sportwagen mit straßenzugelassener Bereifung. Zudem konnte er in diesem Jahr, bei seinem Lieblingsrennen im französischen Le Mans (24 Stunden), bei der 81. Auflage unter schwierigsten äußeren Bedingungen triumphieren. Frank Höhmann hat den Profirennfahrer, der im Alter von fünf Jahren mit dem Kartfahren begann und 1994 Vizemeister in der deutschen ADAC-Popkart-Junioren-Meisterschaft wurde, befragt.

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FAHRWERK™: Herr Lieb, wie sind Sie Profirennfahrer geworden?
Marc Lieb: Angefangen hat alles mit dem Kartfahren. Ich habe damit im Alter von fünf Jahren auf einem Parkplatz begonnen und es zusammen mit meinem Vater als Hobby betrieben.
Was reizt Sie am Automobilsport?
Marc Lieb: Die Technik der Fahrzeuge, das Fahren an sich, ein Auto am Limit zu bewegen über einen längeren Zeitraum und sich in einem Wettbewerb mit anderen Fahrern zu messen.
Wie denken Ihre Frau und Ihre Kinder über die Sportart, die ja nicht ungefährlich ist. Der Däne Allan Simonsen kam beim Rennen in Le Mans ums Leben. Wie versucht man solch einen Vorfall auszublenden und nicht zu sehr an sich heranzulassen?
Marc Lieb: Meine Frau hatte bis zum Unfall von Allan keine Angst um mich. Der Unfall war tragisch. Es war das erste Mal, dass wir einen Kollegen aus unserer Generation verloren haben. Jetzt hat sie Angst und ist sich der Gefahr bewusst. Vorher hat man das einfach verdrängt, weil es jahrelang keine schweren Unfälle mehr gab.

Hatten Sie jemals Angst?
Marc Lieb: Nein, nur Respekt und nach Allans Unfall in Le Mans ein ungutes Gefühl ins Auto zu steigen. Jetzt ist es aber wieder normal und eigentlich wie vorher. Man muss bei bestimmten Bedingungen oder Rennstrecken Respekt haben.

Gab es schon einmal einen Unfall?
Marc Lieb: Nein, bislang zum Glück nicht.

Wie bereiten Sie sich auf einen Wettbewerb vor?
Marc Lieb: Eigentlich nur durch ein Fitnessprogramm, welches ich das ganze Jahr durchziehe.

Welches waren Ihre bislang größten/wichtigsten Erfolge?
Marc Lieb: Die Gesamtsiege bei den 24-Stunden-Rennen am Nürburgring und Spa, sowie die drei Klassensiege in Le Mans.

Welche Rennen stehen demnächst an?
Marc Lieb: Noch drei Läufe zur World Endurance Championship in Fuji am 20. Oktober, in Shanghai am 10. November und Bahrain am 30. November sowie drei Läufe zur australischen V8-Supercar Meisterschaft.

Haben Sie ein Lieblings-Rennen?
Marc Lieb: Das 24-Stunden-Rennen in Le Mans.

Was sind Ihre Pläne/Ziele für die Zukunft? Darf man nur bis zu einem bestimmten Alter fahren oder sind nach oben keine Grenzen gesetzt?
Marc Lieb: Keine Ahnung. Das hängt auch davon ab, wie lange es noch so gut läuft. Ich denke, in fünf Jahren wird sich das Ende meiner Karriere abzeichnen, aber solange ich schnell genug bin und mit den „Jungen“ noch mithalten kann, fahre ich natürlich weiter.
Wie gestalten Sie Ihre freie Zeit? Sie sind ja in sehr vielen Ländern unterwegs.
Marc Lieb: Für Hobbies bleibt wenig Zeit. Meine Familie hat in der freien Zeit oberste Priorität. Wenn ich dann noch Zeit übrig habe, lese ich gerne ein Buch oder spiele Feldhockey in einer Elternmannschaft.
Zum Abschluss noch ein Blick auf den Straßenverkehr allgemein und ein Thema, das immer wieder in der Politik und in den Medien diskutiert wird: Würden Sie ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen befürworten?
Marc Lieb: Bei der Verkehrsdichte tagsüber würde ein Tempolimit von 130 schon Sinn machen. Wenn man tagsüber auf der Autobahn unterwegs ist, kommt man bei einem Tempolimit schneller voran als ohne. Nachts sollte es natürlich keines geben…

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Internet:
www.marc-lieb.de
www.fahr-werk.com
Philipp Rupprecht (Fotograf)



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